Semperit erwirtschaftete im Krisenumfeld des Geschäftsjahres 2020 historische Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis

  • Deutlicher Anstieg des Konzernumsatzes um 10,4% auf
    927,6 Mio. EUR
  • Starkes Umsatzplus im Sektor Medizin (+53,1%), Rückgang im Sektor Industrie (–12,6%) 
  • EBITDA auf 208,6 Mio. EUR mehr als verdreifacht, EBITDA-Marge von 8,1% auf 22,5% verbessert
  • Turnaround beim EBIT: kräftiger Anstieg auf 237,8 (Vorjahr:
    –16,5) Mio. EUR
  • Erhebliche Stärkung von Liquidität und Finanzkraft durch nahezu verdreifachten Free Cashflow in Höhe von 176,2 Mio. EUR
  • Dividendenvorschlag von 1,50 EUR je Aktie mit einer Dividendenrendite von 6,2% zum Jahresende 2020

Wien/Österreich, 18. März 2021 – Im Umfeld einer globalen Konjunkturabschwächung, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie weiter verschärft wurde, hat die börsennotierte Semperit-Gruppe das beste Jahr ihrer jüngeren Unternehmensgeschichte erzielt: „Die pandemiebedingte Sonderkonjunktur im Geschäft mit medizinischen Schutzhandschuhen hat uns zweifelsohne den Rücken gestärkt und zu einer außergewöhnlich hohen Gesamtkapitalrentabilität geführt. Dennoch haben wir unsere Basisprofitabilität auch abseits dieses spezifischen Effektes deutlich gesteigert“, sagt Dr. Martin Füllenbach, CEO der Semperit AG Holding. „Historische Rekordwerte bei Umsatz, EBIDA, EBIT und Free Cashflow belegen nicht nur, dass unsere Restrukturierungs- und Transformationsmaßnahmen umfassend gegriffen haben, sondern auch, dass der Konzern nunmehr in profitabler Weise zukunftssicher aufgestellt ist. Der Start unseres Kostensenkungsprogramms, das bereits erkennbar positive Auswirkungen zeigt, geht einher mit einem umfassenden Strategieprojekt, um eine bestmögliche Ausgangsbasis für die kommenden Jahre zu gestalten.“ 

Gegenläufige Entwicklungen in den Sektoren Industrie und Medizin

Der im Geschäftsjahr 2020 erzielte Umsatzanstieg von 10,4% auf 927,6 Mio. EUR markiert das beste Jahr der Geschichte des Semperit-Konzerns seit dem Jahrtausendwechsel. Das Umsatzplus von 53,1% im Sektor Medizin wurde maßgeblich durch die außergewöhnlich hohe Nachfrage im Verbund mit einem signifikanten Preisanstieg bei medizinischen Schutzhandschuhen infolge der Corona-Pandemie ausgelöst. Möglich wurde dieser Erfolg jedoch nur durch die langwierigen und intensiven Restrukturierungsbemühungen der vergangenen Jahre, die erst eine höhere Kapazitätsauslastung bei gestiegenen Produktionsmengen ermöglichte.

Obwohl die Corona-Pandemie den konjunkturellen Abschwung, der bereits im Jahr 2019 eingesetzt hatte, weiter verstärkte und Spuren in der Umsatzentwicklung des Sektors Industrie hinterließ, verzeichnete dieser einen im Vergleich zu anderen Industrien moderaten Umsatzrückgang von 12,6%.

Infolge des rapiden Umsatzanstiegs konnte das Konzern-EBITDA von 67,8 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 auf 208,6 Mio. EUR in 2020 mehr als verdreifacht werden. Neben den positiven Effekten der Pandemie auf den Sektor Medizin erwiesen sich auch die Industriesegmente dank erfolgreicher Restrukturierung in einem sehr fordernden Umfeld als sehr widerstandsfähig und liegen in Summe nur 10,8 Mio. EUR unter dem Vorjahresergebnis. Die EBITDA-Marge der Semperit-Gruppe wurde somit von 8,1% auf 22,5% mehr als verdoppelt.

Das EBIT verbesserte sich im Geschäftsjahr 2020 auf 237,8 Mio. EUR, nach –16,5 Mio. EUR im Vorjahr. Die um Wertaufholungen und Wertminderungen bereinigte EBIT-Marge erreichte mit 18,5% mehr als den fünffachen Wert der Vergleichsperiode 2019.

Die zahlungswirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lagen im Geschäftsjahr 2020 mit 26,4 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau von 31,9 Mio. EUR. Die Schwerpunkte bildeten überwiegend kapazitätserhaltende Investitionen; Erweiterungsinvestitionen fanden nur in überschaubarem Maße statt.

Dividendenvorschlag und Ausblick 2021

Die Dividendenpolitik der Semperit-Gruppe zielt grundsätzlich auf eine Ausschüttung von rund 50% des Ergebnisses nach Steuern ab – vorausgesetzt, dass sich die Geschäftsentwicklung erfolgreich fortsetzt und keine außergewöhnlichen Umstände eintreten. Der Konzern befindet sich derzeit jedoch in einer tiefgreifenden, wenngleich durch die Pandemie etwas verzögerten Transformation zum Industriegummispezialisten. Hierfür sind auch eine oder mehrere umfassende Unternehmensakquisitionen beabsichtigt, für die eine entsprechende Finanzkraft erforderlich ist. Daher kann für die Zeitdauer dieser strategischen Transformation von einer rund 50%igen Ausschüttung abgewichen werden, um für etwaige Unternehmenskäufe finanzkräftig aufgestellt zu sein. Diese strategische Neuaufstellung dient dem Wohl aller Aktionäre. 

Angesichts des erfolgreichen Geschäftsjahres wird der Vorstand der Hauptversammlung unter diesen Prämissen eine Dividende von 1,50 EUR je Aktie vorschlagen, nachdem in den vergangenen drei Jahren keine Dividende ausgeschüttet wurde. In Summe sollen damit für das Geschäftsjahr 2020 insgesamt 30,8 Mio. EUR zur Ausschüttung gelangen. Bei einem Aktienkurs von 24,30 EUR per Jahresende 2020 errechnet sich eine Dividendenrendite von 6,2%. Mit dem Dividendenvorschlag soll nicht nur die Loyalität der Langzeit-Investoren honoriert, sondern zugleich auch ein positives Signal in Richtung des künftig zu erwartenden Geschäftsverlaufs gesetzt werden. Gleichzeitig wird der Vorstand, das noch ausständige, durch den Kernaktionär B & C Holding Österreich GmbH gestellte Hybridkapital von 30 Mio. EUR zeitnah zur Gänze zurückführen. 

Für 2021 rechnet der Vorstand mit einer erkennbaren Erholung der Märkte des Sektors Industrie. Zugleich gibt es derzeit keine Veranlassung, die beschlossene und weiterhin geplante Trennung vom Medizingeschäft umzusetzen: Das temporäre Ziel ist, so lange und so umfassend wie möglich von den attraktiven Ergebnisbeiträgen aus dem Medizingeschäft zu profitieren. Der Vorstand ist dabei sehr zuversichtlich, dass die pandemie-bedingt positiven Effekte im Medizingeschäft auch 2021 anhalten werden.

Auf Konzernebene liegt der Fokus des Managements auf der konsequenten Fortführung des im Jahr 2020 eingeleiteten Kostensenkungsprogramms, um weitere Ergebnispotenziale freizusetzen. Dies wird durch eine konsequente und kontinuierliche Verbesserung in allen Unternehmensbereichen, die die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Semperit-Gruppe weiter fördern soll, unterstützt. 

Auf Basis aktueller Zahlen geht der Vorstand der Semperit AG Holding davon aus, dass das EBITDA der Gruppe für das Gesamtjahr 2021 bei rund EUR 395,0 Mio. und damit signifikant über jenem für das Geschäftsjahr 2020 liegen wird. Diese Ergebnisprognose ist insbesondere von der rechtzeitigen Verfügbarkeit erforderlicher Rohstoffe sowie deren Preisentwicklung, den Verkaufspreisen für medizinische Schutzhandschuhe im Jahresverlauf sowie einer hinreichenden Containerverfügbarkeit zur Auslieferung der Erzeugnisse der Semperit-Gruppe abhängig.

Für Rückfragen:

Monika Riedel
Director Group Brand Management, Corporate Spokesperson
+43 676 8715 8620

Judit Helenyi
Director Investor Relations
+43 676 8715 8310

www.semperitgroup.com
www.linkedin.com/company/semperit-ag

Über Semperit
Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die in den Sektoren Industrie und Medizin hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Länder weltweit vertreibt: Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe, Produkte für den Eisenbahnoberbau und Untersuchungs- und Operationshandschuhe. Die Zentrale des österreichischen Traditionsunternehmens, das seit 1824 besteht, befindet sich in Wien. Die Semperit-Gruppe beschäftigt weltweit rund 7.000 Mitarbeiter, davon rund 3.800 in Asien und rund 900 in Österreich (Wien und Produktionsstandort Wimpassing, Niederösterreich). Zur Gruppe gehören weltweit 14 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. Im Geschäftsjahr 2020 erzielte der Konzern einen Umsatz von 927,6 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 208,6 Mio. EUR.


Dateien:
2021-03-18_Semperit_Presseinformation_FY2020.pdf

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